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Prüfmethodik

Wie wir prüfen, ob eine Datei wirklich gerettet ist

Ein Dateiname beweist nichts. Ein Vorschaubild beweist wenig. Erst die Struktur entscheidet.

Die kurze Antwort

Geprüft wird die Datei, nicht der Fund.

File Recovery Hero bewertet einen Fund nicht nach seinem Namen und nicht nach einer Vorschau, sondern nach seiner inneren Struktur. Videos und Audioaufnahmen werden zusätzlich mit etablierten Medienwerkzeugen analysiert. Was dabei nicht vollständig bestätigt werden kann, wird sichtbar als .UNVERIFIED gekennzeichnet, statt als Erfolg gezählt zu werden.

01 / Signatur

Schritt eins: Ist das überhaupt der Dateityp?

Jedes Medienformat beginnt mit einer erkennbaren Struktur. JPEG startet mit einer festen Bytefolge, MP4 und MOV beginnen mit einer Box-Struktur, WAV mit einem RIFF-Header. Der erste Schritt gleicht deshalb ab, ob der Anfang eines Fundes tatsächlich zu dem Format passt, das die Dateiendung behauptet.

Dieser Schritt allein reicht aber nie aus. Ein korrekter Anfang sagt nichts darüber aus, ob der Rest der Datei vorhanden und zusammenhängend ist. Genau hier hören viele Werkzeuge auf und melden trotzdem einen Erfolg.

02 / Struktur

Schritt zwei: Passt die Datei zu sich selbst?

Im zweiten Schritt wird die interne Struktur gelesen. Bei Containerformaten heißt das: Stimmen die Größenangaben der einzelnen Abschnitte mit der tatsächlichen Dateigröße überein? Verweisen die Indexstrukturen auf Bereiche, die es tatsächlich gibt? Endet die Datei dort, wo ihr eigener Aufbau es erwarten lässt?

Bei fragmentierten Aufnahmen ist genau das die entscheidende Frage. Eine Videodatei, deren Verwaltungsdaten am Ende liegen, kann am Anfang völlig unauffällig wirken und trotzdem in der Mitte abbrechen.

03 / Decoding

Schritt drei: Lässt sie sich tatsächlich lesen?

Für Video- und Audioinhalte reicht Strukturprüfung nicht immer aus. Deshalb werden mitgelieferte Medienwerkzeuge eingesetzt, um Container und Streams zu analysieren und bei Bedarf tatsächlich zu demuxen beziehungsweise zu decodieren. Erst wenn die Spuren über die erwartete Laufzeit hinweg gelesen werden können, ist eine Aufnahme belastbar bestätigt.

Diese Prüfung kostet Zeit. Sie ist der Grund, warum ein sauberer Durchlauf länger dauert als eine reine Trefferliste, und sie ist der Unterschied zwischen einer Zahl im Ergebnisfenster und einer Datei, die im Schnittprogramm wirklich aufgeht.

Was diese Prüfung nicht leistet

Eine bestandene Prüfung sagt aus, dass die Datei strukturell vollständig und lesbar ist. Sie sagt nicht, dass der Inhalt der gesuchte ist. Ob ein Clip die richtige Szene zeigt, kann nur ein Mensch entscheiden. Prüfe deshalb jede wichtige Aufnahme zusätzlich selbst.

04 / Export

Schritt vier: Der Export darf nichts kaputt machen

  1. 1

    Der Export läuft zunächst in eine Datei mit der Endung .partial, damit ein Abbruch keine scheinbar fertige Datei hinterlässt.

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    Nach dem vollständigen Schreiben wird die Zieldatei abschließend geprüft und erst danach auf ihren endgültigen Namen gebracht.

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    Zieldateinamen werden eindeutig vergeben. Eine vorhandene Datei am Ziel wird nicht überschrieben.

  4. 4

    Ein Export auf den Quelldatenträger ist gesperrt und lässt sich nicht durch eine Einstellung umgehen.

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    Nicht vollständig bestätigte Ergebnisse behalten die Kennzeichnung .UNVERIFIED im Dateinamen.

05 / Reparatur

Reparatur verändert das Original nicht

Wird eine beschädigte Aufnahme repariert, bleibt die unveränderte Rekonstruktion erhalten. Du behältst also immer den Stand, den die Rettung tatsächlich gefunden hat, und zusätzlich das Reparaturergebnis. Damit bleibt nachvollziehbar, welcher Teil des Ergebnisses aus der Quelle stammt und welcher aus einer Rekonstruktion.

Häufige Fragen

Was bedeutet die Endung .UNVERIFIED genau?

Sie kennzeichnet ein Ergebnis, dessen Vollständigkeit nicht bestätigt werden konnte. Die Datei kann trotzdem brauchbar sein, ist aber nicht geprüft. Die Kennzeichnung bleibt auch nach dem Kopieren an der Datei und ist ein technisches Dateisuffix, das nicht übersetzt wird.

Warum dauert ein Scan mit Prüfung länger?

Weil Container und Streams tatsächlich gelesen werden, statt nur den Dateianfang zu erkennen. Dieser Aufwand ist der Unterschied zwischen einer Trefferzahl und einer belastbaren Aussage über Vollständigkeit.

Kann ich mich allein auf die Prüfung verlassen?

Nein. Die Prüfung bestätigt technische Lesbarkeit und Vollständigkeit, nicht den Inhalt. Öffne wichtige Aufnahmen vollständig und kontrolliere Bild, Ton und Laufzeit selbst, bevor du die Quelle weiterverwendest.

Wird beim Prüfen etwas auf meine Karte geschrieben?

Deine Speicherkarte wird nur gelesen. Nichts wird darauf gespeichert. Die gesamte Prüfung findet an der exportierten Kopie oder im Arbeitsspeicher statt.

Prüfen statt hoffen.

Sieh dir an, wie die Quelle dabei geschützt bleibt.

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