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Vergleich

PhotoRec-Alternative: wann reines Carving nicht mehr reicht

PhotoRec ist kostenlos, quelloffen und gut. Es ist nur nicht für jeden Fall gebaut.

Die kurze Antwort

PhotoRec sucht Dateiinhalte, nicht Dateisystemeinträge.

PhotoRec arbeitet signaturbasiert: Es durchsucht den Datenträger nach bekannten Dateianfängen und schneidet von dort aus heraus. Das ist robust, funktioniert über viele Dateisysteme hinweg und ist kostenlos. Der Preis dafür ist, dass Dateinamen, Zeitstempel und Ordnerstruktur nicht rekonstruiert werden.

01 / Stärke

Wofür PhotoRec die richtige Wahl ist

  • Das Dateisystem ist zerstört oder unbekannt. Carving braucht es nicht.
  • Du willst nichts bezahlen und Dateinamen sind dir gleichgültig.
  • Es geht um viele einzelne Fotos, bei denen die Reihenfolge nachträglich egal ist.
  • Du arbeitest unter Linux oder auf einem System, für das kaum kommerzielle Werkzeuge existieren.

02 / Grenze

Wo du an eine Grenze stößt

Reines Carving kennt keine Verzeichniseinträge. Alle Ergebnisse landen deshalb in durchnummerierten Ordnern mit generierten Namen. Bei einigen hundert Fotos ist das lästig, bei einem Schnittprojekt mit verknüpften Medien ist es ein echtes Problem.

Die zweite Grenze ist Fragmentierung. Ein Carver liest von einem erkannten Dateianfang aus weiter. Liegt eine lange Videoaufnahme in mehreren nicht zusammenhängenden Bereichen, kann das Ergebnis an der Bruchstelle abbrechen oder fremde Daten enthalten, ohne dass es sofort auffällt.

EigenschaftPhotoRecFile Recovery Hero
KostenKostenlos, quelloffen50 € einmalig, zehn Jahre
AnsatzSignaturbasiertes CarvingexFAT-Struktur plus Formatprüfung
Dateinamen und OrdnerGehen verlorenWerden aus exFAT gelesen
DateisystemeSehr breit, unabhängig davonexFAT, NTFS, FAT16/FAT32 und Images
ErgebnisprüfungNicht vorgesehenDemuxing und Decoding, .UNVERIFIED
OberflächeTextbasiertGrafisch, vier Sprachen

03 / Empfehlung

Der ehrliche Rat

Probiere PhotoRec zuerst. Es kostet nichts, und wenn es deine Aufnahmen vollständig zurückbringt, bist du fertig. Arbeite dabei auf einem unkomprimierten Image, dann kannst du beliebig oft und mit beliebigen Werkzeugen erneut ansetzen.

Greif erst dann zu einer Alternative, wenn dir konkret etwas fehlt: die Ordnerstruktur, die Originalnamen oder die Gewissheit, dass ein langer Clip wirklich vollständig ist. Wenn dein Datenträger weder exFAT noch NTFS noch FAT16/FAT32 ist, bleibt PhotoRec ohnehin die bessere Wahl, weil File Recovery Hero andere Dateisysteme nicht auswertet.

Quellen und technische Hinweise

Häufige Fragen

Kann File Recovery Hero alles, was PhotoRec kann?

Nein. PhotoRec arbeitet unabhängig vom Dateisystem und deckt damit deutlich mehr Quellen ab. File Recovery Hero scannt exFAT, NTFS, FAT16/FAT32 und unkomprimierte Images. Bei ext4, APFS oder einem unbekannten Dateisystem ist PhotoRec im Vorteil.

Warum verliert PhotoRec die Dateinamen?

Weil es bewusst die Dateiinhalte durchsucht statt der Verwaltungsstrukturen. Der Name einer Datei steht aber im Verzeichniseintrag des Dateisystems, nicht in der Datei selbst.

Ist PhotoRec gefährlich für meine Karte?

PhotoRec liest die Quelle und schreibt nicht darauf, solange du das Ziel korrekt auf ein anderes Laufwerk setzt. Achte beim Start genau darauf, welchen Zielordner du auswählst.

Erst das Dateisystem klären.

Ist es weder exFAT noch NTFS noch FAT16/FAT32, ist PhotoRec für dich die bessere Wahl.

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