Speichermedien für die exFAT-Fotokarte
Beschädigten DCIM-Ordner auf exFAT untersuchen
Wie gehe ich bei „Beschädigten DCIM-Ordner auf exFAT untersuchen“ sicher vor?
Kurzantwort
Zuerst keine weiteren Fotos machen: Findet die Kamera keinen gültigen DCIM-Ordner, legt sie beim nächsten Bild einen neuen an und schreibt dabei auf die Karte. Lass auch am Computer keine Reparatur zu. Scanne die Karte nur lesend nach JPG und dem RAW-Format deiner Kamera; Bilder lassen sich auch ohne intakten DCIM-Eintrag finden.
Der Befund
Der DCIM-Ordner fehlt, ist leer oder lässt sich nicht öffnen.
DCIM ist nur ein Ordnername nach einer Kameraübereinkunft, kein geschützter Bereich. Fehlt oder klemmt sein Verzeichniseintrag, sieht die Kamera keine Bilder mehr, obwohl JPG- und RAW-Dateien vollständig in ihren Clustern liegen. Gesucht wird deshalb nach den Bilddaten, nicht nach dem Ordner.
01 / Einordnen
Was wahrscheinlich passiert ist
Der DCIM-Ordner fehlt, ist leer oder lässt sich nicht öffnen. Beschädigt ist dabei der Verzeichnissatz, der die Unterordner wie 100CANON und die Bilder darin auflistet. Solche Schäden entstehen nach Abbrüchen, Kartenwechsel im Betrieb oder Lesefehlern in genau diesen Clustern. Die Bilddaten selbst liegen an anderer Stelle und bleiben meist unberührt.
Prüfe den letzten Pfad, Zielordner und Backups. Schreibe nichts auf den betroffenen Datenträger.
02 / Sofortmaßnahmen
So schützt du die verbliebenen Daten
- 1
Schalte die Kamera aus und nimm die Karte heraus, bevor ein weiteres Bild oder eine Indexdatei geschrieben wird.
- 2
Stecke die Karte in einen Kartenleser am Computer und sieh nach, welche Ordner noch sichtbar sind und wie viel Platz belegt ist.
- 3
Durchsuche die Karte nur lesend nach JPG und dem RAW-Format deiner Kamera, etwa CR3, NEF oder ARW.
- 4
Exportiere die Bilder auf ein anderes Laufwerk und sortiere sie anhand der Aufnahmezeit aus den EXIF-Daten.
Fotografiere auf keinen Fall weiter, um zu testen, ob die Karte noch geht: Die Kamera legt dann einen neuen DCIM-Ordner an und schreibt auf die Karte. Lass ebenso keine Kartenreparatur und keine Formatierung in der Kamera zu.
03 / Scan
Die Methode muss zur Quelle passen
Für stabil lesbares exFAT, NTFS und FAT16/FAT32 oder unkomprimierte IMG-, DD-, RAW- und BIN-Images.
Die Formatstruktur wird geprüft. Unbestätigte Exporte tragen .UNVERIFIED.
Ohne intakten Verzeichniseintrag gehen die Dateinamen meist verloren, die Bilder erscheinen dann durchnummeriert. Videos von derselben Karte können stärker betroffen sein, weil sie über viele Cluster laufen. Bei physischem Kartenschaden hilft nur ein Labor, kein Scan.
04 / Ergebnis
Woran du eine brauchbare Wiederherstellung erkennst
Stimmig ist das Ergebnis, wenn die Zahl der geretteten Bilder ungefähr zum Bildzähler der Kamera passt und die EXIF-Daten die erwarteten Aufnahmezeiten zeigen. Öffne RAW-Dateien in deinem Entwicklungsprogramm, nicht nur als Vorschau, denn nur so fällt ein abgeschnittenes Bild auf.
Bewahre die Quelle bis zu zwei geprüften Kopien auf. Eine Vorschau allein genügt nicht.
Quellen und technische Hinweise
Häufige Fragen
Fragen zu diesem Fall
Kann die exFAT-Fotokarte in diesem Fall gerettet werden?+
DCIM ist nur ein Ordnername nach einer Kameraübereinkunft, kein geschützter Bereich. Fehlt oder klemmt sein Verzeichniseintrag, sieht die Kamera keine Bilder mehr, obwohl JPG- und RAW-Dateien vollständig in ihren Clustern liegen. Gesucht wird deshalb nach den Bilddaten, nicht nach dem Ordner. Entscheidend bleibt, was auf der Quelle noch lesbar ist.
Was sollte ich vor dem Scan vermeiden?+
Fotografiere auf keinen Fall weiter, um zu testen, ob die Karte noch geht: Die Kamera legt dann einen neuen DCIM-Ordner an und schreibt auf die Karte.
Wird auf meine Speicherkarte geschrieben?+
Deine Speicherkarte wird nur gelesen. Nichts wird darauf gespeichert.
Woran erkenne ich ein vollständiges Ergebnis?+
Stimmig ist das Ergebnis, wenn die Zahl der geretteten Bilder ungefähr zum Bildzähler der Kamera passt und die EXIF-Daten die erwarteten Aufnahmezeiten zeigen.